Richard David Precht hob in Anna, die Schule und der liebe Gott 2013 hervor, dass die Vertrauenswürdigkeit des in der Wikipedia gespeicherten Wissens nicht mehr von der Autorität eines Einzelnen oder eines ausgewiesenen Teams abhänge, sondern sich aus der Summe an Beiträgen und Sichtungen ergebe. „Je häufiger eine Seite bearbeitet wird, umso mehr steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die auf ihr genannten Informationen auf Wahrhaftigkeit und Relevanz überprüft wurden.“ Dabei sei die Motivation der Beitragenden nur bedingt von Bedeutung. „Selbst Geltungsbedürfnis, Neid, Hass oder Rechthaberei verwaschen sich mit der Zeit. Und einzelne Bewertungen schleifen sich, mitunter mühevoll, unter permanenter Qualitätskontrolle zu enzyklopädisch Relevantem ab. So gesehen ist Wikipedia vor allem eins: eine soziale Zustimmungsgemeinschaft, ein diskursiver Prozess der Wahrheitsfindung, dessen langfristiger Weisheit der Nutzer vertrauen muss, um das in ihr gespeicherte lebendige Wissen übernehmen zu können.“[191]
