Positiv fiel wiederum das Urteil von Christoph Drösser und Götz Hamann (Die Zeit) aus, die anlässlich des zehnten Geburtstags der Wikipedia hervorhoben, dass sie, anders als gedruckte Lexika, stets auf der Höhe der Zeit sei und dass ihre Wirkung allenfalls mit der von Denis Diderots Encyclopédie aus dem Jahre 1751 verglichen werden könne: „Diderot verband mit seinem Werk die Hoffnung, dass ‚unsere Enkel nicht nur gebildet, sondern gleichzeitig auch tugendhafter und glücklicher werden.‘ Nach dem Erscheinen der ersten Bände seiner Enzyklopädie verbreitete sie sich in Europa wie keine vor ihr. In einer Welt aus Hörensagen, mündlicher Überlieferung, einzelnen aufklärerischen Schriften und kleineren Lexikon-Editionen erleuchtete das umfassende Werk den Kontinent. Mit Diderot bekam die Aufklärung ein intellektuelles Fundament. Gebildete Menschen in Europa bedienten sich mit einem Mal aus demselben Wissensschatz. Indem sie die Enzyklopädie nutzten und zitierten und übersetzten, verständigten sie sich darüber, wie die Welt ist. Eine ähnliche Wirkung entfaltet heute Wikipedia.“[190]
